Iquique
zuerst möchte ich einmal alle weblogleser dazu motivieren, kommentare zu schreiben. es ist auch für mich sehr interessant, wie meine geschichtchen auf euch wirken. und ausserdem sähe das weblog nicht so ausgestorben aus wie jetzt gerade.
Am letzten wochenende gings mit dem basketballteam und dem freifach musik der schule nach iquique. ich durfte als fotograf mit. ![]()
wenn man nach iquique will, muss man etwa 4 stunden durch die wüste fahren, und dort hat es viele schöne sachen zu sehen. zuerst gingen wir also nach huara, ein dörfchen im nirgendwo, wo dann die musiker ein ständchen gaben. uns wurde auch noch gezeigt, wie dort pflanzen kultiviert werden. ich fragte mich schon, wie jemand auf die idee kommt, in der wüste pflänzchen zu setzen.
danach fuhren wir nach tarapaca, ein dörfchen noch mehr im nirgendwo als huara. ihr erinnert euch vielleicht an eine schlagzeile im vergangenen juni, als es in chile ein erdbeben gab. das epizentrum lag ungefähr hier. man sah es dem dorf schon an. als wir so durch die wüste tuckerten, sah ich auch meine erste fatamorgana. da war doch plötzlich das meer in sichtweite. aber das kann wirklich nicht sein . so eine fatamorgana sieht wirklich täuschend echt aus. wenn ich keine ahnung von geografie hätte, hätte ich wohl badehosen angezogen

das nächste erdbeben wird wohl das ganze dorf zerstören. auch bei meinem zimmer sind die letzten zwei erdbeben (beide in dieser woche) nicht spurlos vorübergegangen. es hat sich schon ein riss in der decke gebildet. dabei ist das haus ganz neu
. ich hab das aber gar nicht gemerkt, weil ich geschlafen habe. das könnte noch zum problem werden, wenn ich nicht aufwache, wenn das haus einstürzt.
nach diesem abstecher nach tarapaca gingen wir nach humbertstone, eine geisterstadt aus der zeit des salpeterabbaus. lange rede kurzer sinn (in erinnerung an guido k. aus e.
) die stadt ist alt und verlassen.
es erinnert ein bisschen an den wilden westen, doch ganz so spannend fand ich das nicht.
nach humbertstone kam noch eine weitere salpetermine an die reihe (dort gibt es jedoch keine geisterstadt). diese mine heisst santa laura und wurde nutzlos, als man in deutschland den künstlichen salpeter entdeckte. ich weiss, die mine sieht wie ein gestrandetes schiff aus.

schlussendlich gingen wir nach iquique. wir kamen etwa um sieben uhr an, das erste basketballspiel hätte aber um 5 uhr stattgefunden. aber daran habe ich mich schon gewöhnt.
am nächsten tag stellte sich dann heraus, dass wir nicht basketball spielen werden. sie hätten jetzt ein handball- und ein fussballspiel organisiert. na schön, dann komme ich auch zum spielen . bei handball bin ich nämlich ihr star ![]()
wenn es euch jetzt erstaunt, dass das basketballteam fussball- und handballmatchs spielt, dann denkt einfach: das ist chile
und zum schluss noch eine meiner so geliebten abendstimmungen aus der wüste. (fotografiert aus dem busfenster
)
27. October 2005 um 9:22
Hallo Jimmy
Dein erster Satz spricht mir aus dem Herzen. Ich zweifelte auch schon am Zähler: so viele Besucher und so wenig Kommentare, das kann’s ja nicht sein. Deshalb: einen ganz herzlichen Dank an alle Schreibenden in diesem Weblog!
Mit der Schule scheinst du ja auch Glück zu haben. Oder organisieren andere Schulen auch so häufig Exkursionen?
Die Risse in deinem Zimmer geben mir zu denken. Bewegt sich die Erdbebentätigkeit in Chile noch im normalen Rahmen. Ich wäre sehr froh, wenn die Antwort positiv ausfällt - aber ehrlich soll sie auf jeden Fall sein! Es gab ja in letzter Zeit verschiedene Beben: in Kaschmir ein verheerendes, in Japan ein grösseres, in Mittelamerika einen Vulkanausbruch… dies zu deiner Information. Wenn die Nachrichtensendungen in Chile im gleichen Stil ablaufen wie in Neuseeland, weisst du ja von all dem nichts.
Ein lieber Gruss aus dem sonnigen, herbstlich warmen Escholzmatt von deiner etwas besorgten Mama
27. October 2005 um 19:07
@mama: von dem erdbeben in japan habe ich gehört, von dem anderen nicht. heute gabs schon wieder ein erdbeben, hab es aber wieder nicht gespürt, war auch nur kurz und nicht stark. ist schon das dritte in dieser woche. so häufig ist aber schon nicht normal. seit ich hier bin, ist es vielleicht das achte, oder so. aber um dich zu beruhigen, die chilenen sind an erdbeben gewöhnt und wissen was machen. ausser heute. es war am morgen in der schule. in einem gebäude brach panik aus
27. October 2005 um 20:22
Lieber Simon
Wahrscheinlich ist diese Meldung nicht sooo beruhigend. In Kaschmir starben 30000-50000 Menschen, einige 100000 oder Millionen sind obdachlos. Man weiss nicht so genaue “Details”. Einige Dörfer wurden nach Wochen noch gar nicht erreicht. Und der Winter steht vor der Türe. Helfen wollen die Staaten nicht so richtig. Auch die Schweiz nicht. Kennst du Mechanismen, welche einsetzen, wenn eine Panik ausbricht? Kennst du Vorkehrungen für ein Erdbeben? Macht man so etwas im Chile? Wahrscheinlich nicht
27. October 2005 um 21:31
Lieber Simon und Sarah
Ihr kennt mich von der Zündkerze. Ich lese ab und zu eure Berichte und finde sie äusserst spannend und bereichernd.
Ihr habt ja viel erlebt das letzte 1/2 Jahr. Ich lese die Berichte meistens am Abend, wenn ich eigentlich meine Englischaufgaben machen sollte…… Ist spannender…. !!!
Ich hoffe, dass ihr weiterhin eine gute Zeit habt und viel positives erleben dürft. Geniesst die Zeit, sie geht so schnell vorbei und dann ist man schon wieder im normalen Alltag in der Schweiz
So ich freue mcih auf eueren nächsten Bericht aus der fernen Welt. Am liebsten würde ich auch packen und auf Reisen gehen. Aber eben geht leider nicht und ich sollte mich nun wohl oder übel noch dem Englisch widmen.
Ich wünsche euch eine gute Zeit Mit eme liebe Gruess Gaby
28. October 2005 um 20:00
Das macht eihm jo scho chli Angst, wenn mer do vo ergendwelchne Ress i de Decki ghört! Aber schiinbar weisch du was z’due esch bimene Erdbebe;-) Ich wär glaub hoffnigslod öberforderet!!
Ich chan mer das weklich ned so guet vorstelle, dass s’Basketballteam Handball ond Fuessball spelt! Das send jo Multitalent!
Zo dine Sonneondergäng vo de Wüesti: Mer gfalled die mega guet ond sie laded eihm i zom Träume, vo Ferie!!;-)
Ich fendes au emmer spannend euchi Brecht z’läse!
30. October 2005 um 20:56
hey duu!! iz schriibi ändlich ou weder mau da ine… be ide letschti ned wörkli dezue cho!!
abr ech findes ou ned grad so super, dasses be dier ou so vöu ärdbäbä git… :-s
ha no ä anderi frag: könnt mer in chile “halloween” ou!? aso gits bi üch ou so nä art party oder so!?
glg myrta
31. October 2005 um 14:56
Hallo Simon
Nach deiner heutigen Aufforderung an die Weblogleser fühl ich mich wirklich verpflichtet auch mein Feedback zu deinen interessanten, spannenden Berichten aus Chile, wo uns doch so vieles spanisch vorkommt, zu geben.
Klar bin ich eine regelmässige Leserin (2x die Woche) eurer Seite und freue mich immer über neue Einträge. Zusätzlich leite ich eure Einträge ans Horwer Grossmami weiter, dass sich dann eure Berichte ausführlich zu Gemüte führt und sich mit euch freut, dass es euch so gut geht. Der aktuellste Eintrag über die Erdbebentätigkeit wird ihr sicherlich weniger Freude bereiten. Dafür wird sie dich einmal mehr ganz speziell in ihre Gebete einschliessen und deinen Schutzengel überzeugen, Nachtschicht zu leisten (da du ja offenbar schläfst wie ein Stein).
Also, lieber Simon, schreib weiterhin so regelmässig (und so wie bisher mit viel Witz) ins Log, wir freuen uns drauf!
Fränzi & Horwer Grossmami
1. November 2005 um 10:03
Lieber Simon
Deine Berichte sind wirklich hochinteressant und nochmals, du solltest ein Tagebuch schreiben und bei Gelegenheit deine Erlebnisse in Chile in Buchform herausgeben. Deine sprachliche sprachliche Gewandtheit ist hervorragend und äusserst abwechlungsreich. Nun, wie siehta es mit deinen Spanischkenntnisse aus, was macht deine Gitarre und was für Fächer werden in deiner Schule unterrichtet?
Wir haben in Europa die letzten drei Wochen herrliches Herbstwetter erlebt, mit prächtiger Fernsicht und warmen Temperaturen. Unsere Gletscher schmelzen dahin bei dieser Wärme. Vielleicht gibt es noch einige, wenn du mal wieder in die Schweiz zurückkkehrst! Heute ist Allerheiligen. wird in deiner Gegend auch Ähnliches gefeiert? Der Himmel ist wolkenverhangen und es regnet leicht. Die farbigenprächtigen Blätter fallen und gehen den Weg alles Irdischen.
Ich wünsche dir alles Gute, viele sportliche Erfolge (Vielleicht spieltst du sogar einmal iln der chilenischen Nationalmannschaft, bei uns spielen ja auch viele Ausländer mit!) und weitere interessante Begegnungen. Liebe Grüsse Grosspapa
1. November 2005 um 19:21
Hola Simon, qué tal ?
Die Daheimgebliebenen erleben halt nicht viel Neues im Alltag, aber erfreuen sich somit an deinen sehr interessanten, amüsant geschriebenen Berichten. Du scheinst ja wirklich einen beneidenswert guten Schlaf zu haben, wenn du am 23. Okt. die 2 Erdbeben von Richterstärke 5,6 und 5,8 verschlafen hast. Als anfangs September im Wallis (Epizentrum Col de Balme, also Grenze zu Frankreich) die Erde mit 4,9 bebte, knallte es wie Explosionen, dann rumpelte es als ob man in einem alten Camion mit über 100 km/h auf Schotter fahren würde, die Wände und Chalets wackelten, die Leute rannten in Panik aus den Häusern, und die Bergspitzen waren wie von Rauchfahnen umhüllt (Staubwolken von herunterfallendem Geröll).
Also, wie muss es dann bei Stärke 5,8 sein ??? Offenbar ist euer Haus doch solide gebaut, wenn nur ein Riss in der Decke ist. (Habe mal gelesen, man soll sich unter soliden Tischen verkriechen, aber die müssen sehr massiv und überhaupt vorhanden und erreichbar sein….).
Alles Gute, und behalte deinen guten Humor ! Hasta luego !
3. November 2005 um 0:08
@seppi: allerheiligen wird hier in form von halloween gefeiert.
@edith: waren diese erdbeben wirklich so stark?? meine kollegen haben mir zwar auch gesagt, es sei relativ stark gewesen.
3. November 2005 um 1:44
Hello Simon,
Ja, alle diese Richterstärken sind im Internet ersichtlich. Werni informiert sich sehr oft auf jenen Seiten, seitdem das Chalet so gewackelt hat……
An Halloween wurden hier viele Pneus durchstochen, scheint der neueste Zeitvertreib zu sein.
Es schöns Grüessli, Edith