Weihnachten
Gestern war einer der schönsten Tage des Jahres, und ich habe mich auch diesmal darauf gefreut, obwohl ihr zwei nicht da wart. Ich freute mich eben auf mein Schwesterherz mit ihrer kleinen Familie, auf mein “motherlein” und auf die “Ämmebröggler”. So waren wir denn drei Generationen friedlich versammelt und erlebten einen schönen Heiligabend.
Nach 15 Uhr trudelten alle nach und nach ein. Zuerst gabs mal von all den feinen Weihnachtsguetzlis zu schmausen, die in der Adventszeit entstanden sind. Wieviele Sorten waren’s noch, Seppi? David gab einmal mehr eine Kostprobe seiner Marimbaphon-Stücke, die er an Neujahr vortragen wird.
Und dann gingen wir in den Familiengottesdienst - Kirchenpremière für Fynn. Zuerst war er erstaunlich ruhig, denn es gab in diesem riesigen Gebäude ja so viel Unbekanntes zu bestaunen, zu sehen und zu hören. Als dann der Bewegungsdrang übermächtig wurde, marschierte Fynnie-boy erst vorsichtig in Mamas und Papas Sichtweite hin und her, bis die letzte Scheu abgelegt und die Neugier unstillbar geworden war, und der kleine Mann ungebremst zum Zentrum des Geschehens vorpreschte. Zu dumm, dass Mama ihn zurückholte, und jetzt auf ihrem Schoss ein Büchlein anschauen kam überhaupt nicht in Frage. So meinten wir alle, Philipp hätte mit seinem protestierenden Sohn die Kirche verlassen. Doch dem war nicht so. Wisst ihr, wo der Kleine den Rest der Messe verbracht hat? Auf der Empore oben bei der Orgel, und seinetwegen hatte der Organist beim “O du fröhliche” einen Aussetzer ![]()
Tja, dann bewunderten wir vor der Kirche einmal mehr den einzigartigen Escholzmatter Weihnachtsstern, und dann gabs Essen: Kürbissuppe und belegte Brote. Anschliessend liessen wir uns vor dem Christbaum nieder und sangen Weihnachtslieder, auch mit Aussetzern. Ja, und die Instrumentalisten fehlten eben auch… Nach dem Vorlesen der Weihnachtsgeschichte ging’s ans Auspacken der Geschenke. Die “Verteilfrau” fehlte. David hat dann halt diesen Job übernommen. Mit besonderer Rührung haben alle deine liebevoll verpackten Geschenke, Sarah, geöffnet und deine Briefe gelesen. Ja, und dann haben wir mit dir und deiner Gastfamilie telefoniert. Schon noch komisch: ihr wart gerade am Brunchen draussen an der Wärme, und die Geschenke habt ihr erst am 25. am Abend ausgepackt. Und wie hast du wohl Weihnachten erlebt in Santiago, Simon? Wir haben dich vermisst. Gerne hätten wir auch mit dir gesprochen. Aber du wirst dich ja nach deiner Rückkehr wieder melden. Wir freuen uns schon jetzt auf deinen Bericht.
Nun, nach dem Dessert gingen Alice und Seppi nach Hause. Die andern haben alle hier übernachtet und gut geschlafen: Fränzi und Philipp in Sarahs breitem Bett, Grossmami bei Simon. Die Bettbenützer haben alle ganz speziell den jeweiligen Bettbesitzern gedacht.
Nach einem gemeinsamen, feinen Brunch sind Fränzi, Philipp und Fynn nach Hause gefahren. Das gute Grossmammerli konnte es nicht lassen, mir beim Aufräumen noch tatkräftig zu helfen. Ganz herzlichen Dank, das war wirklich sehr lieb von dir!
26. December 2005 um 11:04
Liebe Sarah
Wie hast du mich überrascht mit deinem Weihnachtsgeschenk und den lieben Wünschen! Einmal mehr werde ich deiner gedenken, wenn ich meine Hände mit der Lavendel- Handcreme pflege. Empfange meinen herzlichsten Dank! Ein weiterer Höhepunkt war, neben der schönen Feier und dem feinen Essen- mit dir liebe Sarah zu sprechen. Deine Stimme, die Gastfamilie mit Gäste und der bellende Vierbeiner im Hintergrund- lassen mich vermuten, dass du es nun gut hast. Ich gönne es dir von Herzen.
Alles Liebe und Gute - und viel Schönes im Neuen Jahr wünscht dir - Grossmama