PN Nevado Tres Cruces

Hier kommt der Anfang meiner Reise zusammen mit Ueli in den Süden Chiles, von Arica bis nach Copiapo. Sie verlief ziemlich anders als wir geplant hatten. Wir wollten eigentlich in der Nacht vom 14. Februar von Arica nach Calama reisen und am nächsten Tag San Pedro de Atacama und die nahegelegenen Nationalparks anschauen. Bereits als wir in Arica den Bus bestiegen, sagten sie uns, dass es Probleme gäbe, weil eine Strasse abgeschnitten sei, und dass wir einen anderen Weg nehmen müssten. Deshalb würden wir mit Verspätung ankommen. Kurz gesagt, wir kamen nie an. Stattdessen landeten wir in Antofagasta.

antofagasta

Dort sagten sie uns, dass möglicherweise in einem halben Tag oder noch später die Strasse wieder frei sein könne. Wir entschieden uns dann aber, sofort ein Busbillet nach Copiapo zu kaufen, weil es dort einen schönen Nationalpark geben soll. Den Tag in Antofagasta verbrachten wir dann zuerst mit der Suche nach einer Unterkunft. Ich kannte von meinem Fechtturnier eine Familie in Antofagasta und erinnerte mich noch, wo sie wohnten. Wir nahmen also ein Taxi und mussten wegen unseren blonden Haaren noch ein bisschen mehr zahlen als es ein Chilene tun müsste. Dummerweise war diese Familie aber nicht zuhause. Bei einem anderen Bekannten hatten wir das gleiche Pech. Also suchten wir ein Hotel. Am Nachmittag gingen wir in der Stadt ein bisschen herumspazieren und kamen zum Schluss, dass Antofagasta nicht die schönste Stadt in Chile ist.
Am nächsten Morgen ging’s dann nach Copiapo. Dort landeten wir in einem zwielichtigen Hotel. Aber da wir schon relativ müde waren und schon lange gesucht hatten, blieben wir für eine Nacht. Vielleicht erfreut das unsere Eltern nicht besonders, aber die Wände waren voller Bildern halbnackter Frauen.
Wir haben trotzdem gut und traumlos geschlafen. Und vor allem war das Hotel ziemlich preiswert. Das wirklich Interessante in Copiapo war aber der nächste Tag. Wir fuhren nämlich mit einer Reiseagentur in die Anden. Wir wurden im Hotel von unserem Jeep abgeholt. Wir zwei waren nämlich die einzigen Gäste. Es war noch ein Bergführer an Bord, der das aber alles schon kannte und sehr geduldig war, wenn wir irgendwo noch ein Foto machen wollten. Wir fuhren also los.
sicht ueber santa rosaZuerst durch die altbekannte Wüste (wenigstens von meiner Seite), was aber auch sein Reize hat. Es erwartete uns ein grosses Farbspektakel. Es gibt von gelben über grünen und violetten bis zu roten Felsen. Das ist den verschiedenen Mineralien zu verdanken. Ich habe aber keine Ahnung, was für Mineralien das sind. So fuhren wir über die Schotterpisten und merkten gar nicht, wie die Kilometer vorbei zogen.
santa rosaSchon bald waren wir knapp unter 4000 Meter über Meer und konnten einen ersten Blick auf die Laguna Santa Rosa werfen, die 3700 müM liegt. Wir freuten uns sehr, endlich dort anzukommen.
santa rosaAls wir am Ufer standen, waren wir schlichtweg sprachlos. Man sieht drei verschneite 6000 Meter hohe Vulkane.
Eigentlich sah man sie zweimal. Sie wurden in den blauem See perfekt gespiegelt. Und zum ersten Mal wurde uns wirklich bewusst, dass es Flamingos nicht nur in Afrika gibt.

 
   panorama

Nachdem wir uns fürs erste sattgesehen hatten, tranken wir Tee und fuhren weiter, zeitweise durch weite Hochebenen, manchmal kurvigen Strässchen entlang, bis wir auf 4300 Meter bei einer Berghütte vorbei kamen, welche als Basislager zur Besteigung des Ojos del Salado, dem höchsten Vulkan der Welt, dient.

hochebene

Dort trafen wir auf eine deutsche Bergsteigergruppe. Wir mussten etwa anderthalb Stunden warten, weil die Bergsteiger den Jeep brauchten, um ins zweite Lager zu kommen. Danach ging’s für uns in einem anderen Auto weiter. Zuerst musste das aber repariert werden, weil es kein Öl mehr hatte. Nach ein bisschen anschieben (sehr anstrengend in dieser Höhe) ging’s dann aber weiter zur Laguna Verde.

Dort gibt es auch heisse Quellen. Wir badeten aber nicht. Einerseits, weil wir nicht viel Zeit hatten und anderseits, weil es mir nicht besonders gut ging. Ich musste wieder mal erfahren, dass meine persönliche körperliche Belastungsgrenze ohne jegliche Akklimatisation bei ca. 4000 Metern liegt.
laguna verdeWeiter oben bekomme ich sehr schnell Kopfschmerzen und Schwindel, wenn ich herumlaufe. Ueli hatte da zum Glück weniger Probleme. Auf der Rückfahrt schlief ich die meiste Zeit. Ich staunte jedoch nicht schlecht, als ich einmal erwachte und der einzige im Auto war.
salarDann bemerkte ich, dass der Rest der Besatzung neben dem Auto im Schritttempo herlief. Ueli sagte mir, dass kurz vorher der Motor nicht mehr mitgespielt hatte. Ich stieg dann relativ schnell aus und half auch mit, bis wir in die Nähe einer Goldmine kamen. Das hiess Leute, Lastwagen und Hoffnung, unseren Bus nach Santiago noch zu erwischen. Kurz darauf hatte unser Reiseführer jemanden gefunden, der uns nach Copiapo mitnahm. So fuhren wir mit zeitweise 120 km/h auf Schotterpisten talwärts. Das tönt vielleicht gefährlich, aber der Fahrer, ein Minenarbeiter, der normalerweise auf 5800 müM arbeitet, kannte den Weg sehr gut.
So kamen wir rechtzeitig in Copiapo an, nahmen unseren Bus nach Santiago und am nächsten Tag gleich weiter nach Curico, wo wir bei Bekannten von Ueli zwei Tage blieben.
Fortsetzung folgt…

13 Kommentare zu “PN Nevado Tres Cruces”

  1. Ursula schreibt:

    Lieber Simon, herzlichen Dank für deinen Bericht, ich war so gespannt darauf. Tönt tatsächlich in mancher Hinsicht aufregend :-) ! Besonders amüsiert mich die Szene, wo du im Bus schläfst und die anderen stossen. Vielleicht diesmal dank und nicht (wie bei der Taxi-Geschichte) wegen der blonden Haare?! Ich freue mich auf die Fortsetzung der Reisebeschreibung. Herzliche Grüsse aus dem verschneiten Aargau.

  2. Gaby schreibt:

    Hallo Simon

    Welch fantastische Bilder hast du da geschossen… Die Berichte sind immer sehr vielseitig und spannend, sowie auch sehr unterhaltsam. Herzlichen Dank dafür, dass ihr soviel spannende Berichte in unseren gewöhnlichen Schweizeralltag schickt… Hier in Horw und Umgebung läuft nicht viel, ausser sehr kalt, ein wenig Schnee und die Fasnacht ist vorbei, sowie Pfisters, Steiners sind no uf de Skipiste bis Endi Wuche…

    Also de hend irs bessser und interessanter im Alltag. Wo bisch jetzt unterwegs und wenn fangt bi dir wieder Schuel a?

    Ich wünsche dir gueti restlichi Reis und hebets witerhin guet es Grüssli us Horw Gaby

  3. Mäni vom 3Ka schreibt:

    Hei Jimmy
    Das esch wörklech e huere coole brecht ond die böuder se Hammer!!!ech ha aube zemlech müeh,mier vor z stöue, wie so bi dier ond de Sarah usgseht (im moment esch bi üs verosse ds schönschte winterwätter ond es schneit wonderschön).aber öichi böuder häufe mer aube e chli:-).
    So,ech wönsche dier no ganz vöu wiiteri schöni ond enteressanti reise!
    lg mäne

    PS:ech hoffe,du hesch die weder chönne chli erhole!

  4. Helen schreibt:

    Wau, dein Bericht ist ja genial und diese Bilder, da komme ich direkt ins Schwärmen. Das Reisen ist mit vielen tollen und anderen Überraschungen verbunden. Weshalb seid ihr oft unter Zeitnot? Bei längerer Anklimatisation hättest du möglicherweise weniger Probleme.
    Auch ich freue mich, bald wieder auf 4000m Höhe zu wandern. Bin gespannt, früher hatte ich keine körperlichen Beschwerden, wie es wohl heute sein wird? Trinken ist auch sehr wichtig, falls du nochmals so hoch steigst, das ist ja mega toll.
    Die Bildern haben nicht nur mich, sondern die ganze Familie begeistert. Ein grosses Kompliment an dich.
    Wann beendet ihr die Ferien?
    Voilà, bei uns im Aargau sind sie bei den Kindern schon länger vorbei. Bald die lletzten von Donat, im August beginn er die Lehre als Automatiker.
    Ich wünsche dir eine gute Zeit und fang weitere so tolle Bilder ein. Gruss Gotte Helen

  5. Antonia schreibt:

    coucou jimmy,
    fendes sehr interessant dini brechte zlase…foer ues laeser isches sehr amusant, aber ich gloube, ich a dinnere stou woerd mech oeppe chli ufrege wenn ploztlech weder e bus nid fahrt oder dsauto ke oeu me het!!!ich lese im moment grad es buech vo afrika, chondmer imfau fascht chli aendlech vor!!!!aber so gniessisch de du dae vortschritt bi ues weder omso meh!!!bes gli, machs guet, haeb der sorg

  6. Jael schreibt:

    Salut Jimmy,

    Heieiei, die Belder send jo weder einisch genial!! Danke!! Ich fends au no amüsant was du do schriibsch! Bsonders det, wo du im Auto gschlofe hesch ond die andere hend müesse stosse, han ich müesse lache!;-)
    Ich weiss gar ned wies esch wen mer so höch obe esch aber ich cha mer guet vorstelle, das eihm das chli cha z’schaffe mache!
    Mer send grad vom Sörebärg Hei cho. Esch cool gsi aber leider hed s’Wätter ned rächt metgmacht! S’hed die ganzi Ziit gschneit ond s’esch chalt gsi! Mer send aber glich uf d’Piste;-) Ond uf d’Noemi send mer rechtig stolz.-) Sie hed met boarde agfange das Johr ond esch uf de dretti Plazt im Renne gfahre!!!

    Also, wönsche der en gueti Ziit ond en guete Start met de Schuel! Es liebs Grüessli Jael

  7. David schreibt:

    sali jimmy,
    du erläbsch ja grad es grosses abentüür! superkuuli fotene…
    ha nor wöue säge: hättsch de minearbeiter-choffeur no chönne om es par goudnuggets bitte… dä esch doch nome so schnöu gfahre, wöuer sini versteckti ladig hett wöue i secherheit brenge!
    guete flug wönscht
    din brueder
    p.s.: wie schmöckt eigentlech flamingo-fleisch?

  8. Sarah schreibt:

    @jimmy: ech ha dis wiehnachtspaeckli weder zroegg oebercho. ;) weis ou ned werrom… scheckes dehaut eifach weder.

  9. Benedikt schreibt:

    Liebe Sarah
    Velecht schecksch es gschider a d’Gigestross 5 ;-) Chäm warschinlech gliichziitig a …

  10. Sarah schreibt:

    @papa: ja schnoeuer waers wahrschendlech scho. het ez aemu 3 moenet brucht foer uf chile ond weder zroegg. si naemlech so spanischi staemple droff. ech gloube die chilene kontrolliere eifach z guet. ;)

  11. Benedikt schreibt:

    Näm di de scho langsam wonder, was du em Jimmy und de Jimmy dier so schänkt oder hed schänke wöue. Jede seid mier söullid de ander froge :) .
    Vilecht müesstisch es Zeichnig von Chile mit emene Chreis om Arica mache und de no chli d’Stadt in Google Earth abfotografiere, de chiems de viellecht a. Chöntsch es ja ou erscht nöchschti Wiehnacht gä ;( De Jimmy wörds secher ou de no nä.

  12. Pascale schreibt:

    hey jimmy
    ha nor schnoeu woeue saege, dass die fotos eifach super genial schoen si……hm, chaem dech gaern uf chile cho bsueche! dank dier ha ech etz e witeri feriedestination wo ech eisch wett bsueche, merci :-)
    machs witerhin guet ond gniess das wonderschoene land!
    liebi gruess, pascale
    P.s.: Chasch dech scho etz uf s’naechschte wiehnachtsgschaenkli froeie ;-)

  13. Jimmy schreibt:

    @päscele: ja, chlie esch werklech no es schöns ferieziil. s wär de aber scho guet, wenn vorhär chli würdsch schpanisch lehre. aber ech brenge dier de das scho bi. ech weis ja ned, wie dine stondeplan usgseht, aber du chasch mech scho cho bsueche. aso ech hätt kes problem met däm.
    ech be scho fescht am omestudiere, was das ächt für nes wiehnachtsgschänkli chönnt si, dass du das scho so gli weisch.

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