Califor
das califor ist ein kleiner ofen, der dafür sorgt, dass man in chile warmes wasser hat (auf jeden fall in fast allen häusern, denn ein boiler ist schon luxus). in den meisten häusern ist das eigentlich kein problem, ist das califor ja schön neben der dusche installiert.
für mich bedeutet das califor wohl ewiges generve. unser califor ist nämlich strategisch sehr ungünstig platziert. das heisst, in unserem kleinen innenhof, wo es relativ häufig etwas windet. und schon ein lüftchen reicht aus, um die mikrige, von einer gasflasche unterhaltene flamme auszulöschen. meistens passiert dies, wenn ich ungefähr 2 minuten am duschen bin. und wenn die gute flamme den geist aufgibt, sinkt die wassertemperatur ziemlich drastisch und mit ihr meine laune. aber auch wenn optimale windverhältnisse herrschen, ist es unmöglich, mit warmem wasser fertig zu duschen. denn nach etwa 5 minuten stellt es sowieso ab, weil wahrscheninlich das gute flämmchen nicht mit der grossen wassermasse, die zu wärmen wäre, fertig wird. dann gibt es noch ein anderes problem, das mir noch mehr zu schaffen macht. man muss eben noch einen hahnen aufdrehen, damit überhaupt wasser durch das califor laufen kann. und der ist manchmal aufgedreht und manchmal nicht. mich nervt es dann schon, wenn ich auf warmes wasser warte und dann merke, dass ich nicht gecheckt hatte, ob dieser hahnen aufgedreht ist. man gewöhnt sich aber an alles, sogar an kaltes wasser. ganz selten gibt es doch auch die perfekte dusche. das heisst, es kommt so viel warmes wasser, dass es mir zwar nicht ganz, aber fast, den bauch deckt, wenn ich in die badewanne liege. so ein bad geniesse ich dann ausgiebig.
PS: wenn meiers einmal ein bisschen schreibfaulheit haben, könnten ja auch die herren und herrinnen leser die seite mit einigen kommentaren animieren.
21. March 2006 um 7:32
Lieber Simon
Tja, mit einer solchen Einrichtung hätte ich auch meine liebe Mühe, dusche ich doch am liebsten möglichst heiss. Du lernst ja in deinem Austauschjahr so auf einiges verzichten, im Sinn von Fastenzeit rund ums Jahr. Wir wären hier ja auch gerade in der Fastenzeit, und ringsum bemüht sich dieser und jene, auf etwas zu verzichten: auf Süssigkeiten, Kaffee… ich selber kann mich da gar nicht rühmen. Wie hält es deine Familie mit der Fastenzeit? Und du, Sarah, erzähl mal! Näme mich noch wunder.
Liebste Grüsse an euch beide
Mama
21. March 2006 um 7:57
Conny ist aber nicht der typische Warmduscher. Da bin ich eher der Heissduscher.
21. March 2006 um 10:39
Lieber Simon,
Solche Gas-Durchlauferhitzer gibt es nicht nur in Chile, sondern waren auch in Frankreich üblich, als wir dort wohnten. Bei kleinstem Wind löschte es ebenfalls die Flamme, Gas strömte weiter aus, und dann gab es einen Chlapf! Noch schlimmer war es mit dem Gasofen in der Stube, dessen Luft- und Gaszufuhr auf der Bisen-Seite war. Bei einem starken Bisen-Sturm passierte dasselbe, aber da der Ofen noch heiss war, entzündete sich das weiter ausgeströmte Gas und es gab eine Explosion, mit hohen Flammen. Gottlob konnten wir das Feuer löschen, aber seither ist bei uns Gas total als Schreckgespenst abgeschrieben.
Also, Jimmy, pass auf, - sonst dusche lieber kalt….. (obwohl die Animation dazu fehlt….)
21. March 2006 um 14:10
Hallo Simon
Soweit nach Chile muss man gar nicht gehen. In Deutschland hat man noch in vielen Haushalten solche Boiler. Ich kann dir gut nachfühlen…. Meine Leute in Stuttgart meinten, “wenn ich reklamierte das Wasser sei zu wenig warm” ich sei verwöhnt. Man müsse sparsam damit umgehen und es sei teuer und kostbar..!!
Ich glaube ein Stück weit muss ich ihnen recht geben. Es ist hier für mich selbstverständlich geworden, warmes Wasser zu haben und zwar jeden Tag. Jimmy ich staune aber immer wieder, wie du versuchst im Chilenischenalltag, aus den schwierigsten Situationen das Beste zu machen. Ich wünsche dir noch eine gute restliche Zeit in Chile und du wirst reich an wertvollen Erfahrungen zurückkommen in unseren Schweizeralltag. Ich frage mich ob es dir dann nicht langweilig ist hier im Schweizeralltag.. keine langen Ferien mehr und soweiter…
Als machs guet trotz kaltem Wasser und mit eme Gruess us Horw Gaby
21. March 2006 um 21:58
@mama: ich habe hier noch nie etwas von fastenzeit gehört. und wenn es sie gäbe, würde es wohl nur noch trochenreis geben, denn poulet oder fleisch sollte man ja nicht mehr essen :S
21. March 2006 um 22:18
@jimmy: genau so hätte ich mir die chilenische fastenzeit vorgestellt: reis, reis und nochmals reis…
21. March 2006 um 22:44
Hallo Simon
Musste gerade letztes Wochenende beim Duschen an dich denken und zwar unter der KALTEN (grrrr) Dusche!!! Dieses untypische Ereignis entstand aus einer Aneinanderkettung unglücklicher Umstände. Wir kamen aus unseren herrlichen Skiferien aus dem Wallis zurück. Da Philpp’s Mutter in diesen Ferien das Bein gebrochen hatte (klar, dass dies unsere Ferien trübte, das herrlich darf da nicht etwa falsch ausgelegt werden, so mit Märchen von der bösen Schwiegermutter und so), reiste ich an ihrer Stelle im Zug zurück. Infolge dieses Beinbruchs verschob sich unsere Rückreise auf Sonntag und fand nicht wie ursprünglich vorgesehen am Samstag statt. Sonntagnachmittags stand seit langem das 4. Geburtstagsfest von Philpp’s Gottemeitli auf dem Programm, das wir auf keinen Fall verpassen wollten und durften (Göttipflichten soll man ernst nehmen). Ich hatte gerade mal zwanzig Minuten Zeit zum Umziehen und das Gröbste auspacken und freute mich seit langem (eigentlich seit der Ankunft in der Ferienwohnung) auf die Dusche zuhause. Als ich dann so freudig unter der Dusche stand, wollte das warme Wasser sich einfach nicht einstellen… oh wehh wir hatten den Boiler über die Ferien abgestellt!!
Unter normaleren Umständen hätte ich mir mit dieser Dusche Zeit gelassen und hätte mich beispielsweise ans auspacken gemacht und es hätte ja noch tausend andere Dinge gegeben wie Post durchstöbern, etc. aber eben dieses mal gings nicht anders und da hab ich an dich gedacht und heldenhaft kalt geduscht. Es ging allerdings nicht ohne lauthalse grrr brrr geräusche.
Aber zwischenzeitlich ist das warme Duschen wieder zur Selbstverständlichkeit geworden und ich finds gut, wenn du uns mit deinen Erlebnissen wieder mal vor Augen führst wies auch noch sein könnte….wenn….
Ganz en liebe Gruess, Fränzi
22. March 2006 um 2:59
hey simon
heisst das ned CALIFON???? xD
zom gloeck esch ueses im huus enne hehe
bes gli am yfu reisli
ueli
22. March 2006 um 8:54
sali a tutti
@jimmy: ha der da no e treck gaeg das der z chaute wasser ned so chaut vorchonnt… uuuh besch scho gschpannt?… da chonnt die ultimativi, wenn ou e chli aschtraengendi loesig…. auso, los guet zue ond pass uf.. .(das hani vom chaschperlitheater)… du muesch eifach emmer e haub schtond vou ga sprenge bevor du wotsch tusche, nachaer hesch rechtig heiss ond de froeisch di no oebers chaute wasser. be saeuber schtouz uf mech. das esch ja e tip toppi loesig, ned?
@mama: auso am friitig abe han ech tiptop ufghoert aesse am haubi achti. ond am samschtig eschs ou tip top gange ond ech ha mech avo fraege, werom ech eigentlech aesse… ha daenk ech bruche das gar ned. mi buch hets ned einisch gwagt z chnorre. am samschtig abe ben ech de a nes punk rock koenzaert ond ha be aune vier baeds vou tanzet ond cheered. das het mer ou de no spass gmac cht
23. March 2006 um 17:40
Lieber Simon
Diesem Califor, wie du ihn nennst, sagen wir in unserer Gegend, galube ich, Durchlauferhitzer. Wenn natürlich die Flamme nicht genügend Wärme abgibt hat man Pech gehabt! Ich wünsche dir eine gute Zeit, deine Berichte sind nach wie vor äusserst spannend und interessant. mach so weiter. Viel Gfröits und alles Gute Grosspapa