Krönten

Hey Leute, ich habe ein geniales Wochenende erlebt! Manuel Stalder, ein passionierter Bergsteiger und Lehrer in Escholzmatt, hat für seine Kollegen und Kolleginnen eine Hochtour geplant, und ich habe daran teilgenommen - war eine sehr gute Entscheidung.
Letzten Samstag sind wir gegen 15 Uhr in Luzern losgefahren, zuerst nach Erstfeld, dann ein schmales, gebührenpflichtiges Strässchen hoch bis Bodenberge. Von dort sind wir gewandert und haben nach einem steilen Aufstieg zwei Stunden später und 900 Meter höher gerade rechtzeitig zum feinen Znacht die Kröntenhütte erreicht. Wir waren nebst einer Familie die einzigen und auch die ersten Gäste in dieser Saison. Die einen waren sehr müde und gingen fast mit den Hühnern ins Bett. Ich schob das Schlafen gehen hinaus, weil ich erstens nicht müde war und zweitens an fremden Orten in der Regel schlecht schlafe. Ich bin dann wirklich die ganze Nacht wach gelegen, was mir ja keiner glaubt, aber es war so. Ich war froh, als ich endlich unten in der Küche die Hüttenwartin mit den Töpfen klappern hörte. Um 4 Uhr waren dann auch die andern wach, und kurz vor 5 Uhr marschierten wir los. Es war überhaupt nicht kalt, da die Schweiz mitten in einer Reihe von hochsommerlichen Tagen steckt.
Die folgenden Bilder vermitteln euch einen Eindruck von dieser wunderbaren Tour. Mit Worten ist dieses Erlebnis schwer zu beschreiben. Nur noch ein paar technische Daten: Aufstieg von der Hütte (1900m) zum Krönten (3100m), dann Abstieg nach Bodenberge (1000m). Ankunft in Bodenberge um 16 Uhr. Folgen: ein tiefes Glücksgefühl und etwas Stolz über meine Leistung, Dankbarkeit unserem Schöpfer gegenüber für unsere einzigartig schöne Natur und für meinen Körper, der so was noch mitmacht - und heute etwas Muskelkater, verursacht durch den langen Abstieg.

Sonnenaufgang
Kurz nach dem Beginn des Aufstiegs von der Kröntenhütte - die höchsten Gipfel erstrahlten bereits in der Sonne.

Sonnenaufgang Aufstieg
Mänu, unser umsichtiger und stets um alle besorgter Führer, hatte den anstrengendsten Part: er spurte vor, was er dank seiner eisernen Kondition locker bewältigte. Links Nik vor der aufgehenden Sonne.

Anseilen Gletscher
8.30 Uhr: Abmarsch über den Gletscher mit Gstältli und in 3er-Seilschaften. Jimmy, ich habe mir erlaubt, dein Gstältli auszuleihen. Mänu hat es mit anerkennenden Worten taxiert, und ich fühlte mich damit sehr sicher. Als es steiler wurde, haben wir alle die Steigeisen montiert, d.h. Mänu hat diese Arbeit für die meisten übernommen. Ist echt cool, mit solchen Dingern an den Füssen zu laufen. Gut, dass uns Mänu beim Abstieg gewarnt hat, jetzt nicht übermütig zu werden. Der Reiz, mit etwas Schwung hinunter zu düsen, war schon da. Mit Steigeisen an den Füssen kann es jedoch wüste Unfälle geben.
Rechts Chantal auf dem Gletscher.

Mänu Penny Abstieg
Mänu mit Penny kurz vor dem Gipfel. Nicht alle haben sich an die Kletterpartie am Gipfel gewagt. Ich war auch unter den Ängstlichen. Habe an euch drei Kinderleins gedacht - obwohl ihr mich ja nicht mehr so wahnsinnig braucht wie auch schon - und jegliches Risiko vermieden.
Der Abstieg war sehr abwechslungsreich. Mal stapften wir durch fast knietiefen Schnee, auf anderen schneebedeckten Hängen konnte, wer den nassen Hosenboden nicht scheute, runter rutschen. Einmal war eine Stelle so kritisch, dass Mänu sein Seil wieder hervor holte. Wir durchquerten eine wunderschöne Moorlandschaft, kamen an tosenden, schäumenden Wasserfällen und Bergbächen vorbei und haben den roten Sand der Sahara gesehen.
Ps: An alle, die sich jetzt fragen, warum Beni in diesem Bericht mit keinem Wort erwähnt wurde: er musste an der Abschlussarbeit für sein Nachdiplomstudium schreiben und deshalb zu Hause bleiben. Schade, aber es ging leider nicht anders. Ende Juni ist aber auch das überstanden, und dann beginnen wieder ganz andere Zeiten, auf die wir uns alle freuen.
Und noch eine allerletzte Bemerkung: all diese schönen, stimmungsvollen Bilder hat Gerry Studer gemacht. Wer jetzt noch mehr Fotos sehen möchte, kann dies unter folgender Adresse tun: Homepage Schule Escholzmatt

4 Kommentare zu “Krönten”

  1. Gerry schreibt:

    Ich kann die lobenden Worte von dir, Conny nur bestätigen. Es war für mich auch ein ganz tolles Erlebnis gewesen.

    PS: Einen Nachtrag noch zu den Fotos: Einige stammen noch von Mänu und ich gebe dieses Lob zu den stimmungsvollen Bilder gerne auch an ihn weiter…

  2. Jimmy schreibt:

    ech weiss dänk scho dass mis gschtäutli häbt! s het mer ja scho mängisch z läbe grettet :P
    si superschöni fotene. ond uf dini leischtig chasch werklech schtouz si.

  3. zahno schreibt:

    Liebe Conny
    Es scheint, dass du auf einen neuen mir ganz vertrauten Geschmack kommst. Du lernst sogar mit dem Gstältli umzugehen. Oh, gerne würde ich auch wieder mal so loswandern. Touren im Schnee sind gewaltig schön, wenn auch selten das Wetter so fantastisch mitmacht, das war sehr stimmungsvoll. Toll, ich gratuliere dir, es ist eine grosse Leistung. Wir waren einmal mit Donat in der so gut ausgerüsteten Kröntenhütte.
    Dir Beni wünsche ich einen guten Endspurt mit deiner Arbeit. Da Conny dir bestimmt wieder einen Stundenplan vorbereitet hat, wird deine Arbeit termingerecht und wie immer, erfolgreich abgeschlossen sein. Vergiss nach der Abgabe nicht zu feiern. Und bald ist es vergessen und die weitgereisten Kinder kehren zurück. Das Webloc war wirklich eine ganz tolle Idee. DANKE.
    Euch beiden einen guten Abschluss des speziellen Jahres . Helen

  4. manu schreibt:

    Hallo zäme
    uiui, per Zufall bin ich auf diesen Bericht gestossen - also das ist ja schon etwas übertrieben, mich so zu loben…
    Mir hat die Tour auch sehr gut gefallen und für das Wetter konnte ich nichts….

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