Bahnfahrten

Gestern unternahmen wir einen Ausflug zum Ballenberg. Das gibt mir unbeabsichtigterweise die Gelegenheit, etwas über den erlebten schweizerischen Tourismus zu schreiben.
Die Bahnfahrt nach Schüpfheim war nicht schwierig und gelang. Die Postautofahrt nach Sörenberg begann etwas schwieriger, weil der Bus völlig überbelegt war. Der Chauffeur teilte dann mit, dass ein Kollege mit einem leeren Bus in Flühli wartet. Das machte mich etwas stutzig, aber ich dachte, dass da ein Missverständnis vorliegen würde.
In Sörenberg fanden wir uns unversehens in einer grosseren Warteschlange wieder. Diese war so lang, wie ich sie im Winter nie erlebte. Ursache: Ein Seniorentag.
An der Kasse eine ältere Frau, nennen wir sie Ida. Sie machte ihre Sache sehr gut, hatte ein Lächeln auf den Lippen und arbeitete speditiv. Die zweite Kasse war leider nicht besetzt. So schaffte es Ida mit grossem Einsatz nicht, innerhalb von 15 Minuten 60 Personen abzufertigen. Ist ja auch nicht möglich.
Zum Glück für uns. Die Bergfahrt stoppte unverhofft 50 m vor der Bergstation und die Kabine war nicht total voll. So war es nicht so eng. Das Warten dauerte dann insgesamt 30 Minuten, mind. 10 Minuten davon mit einem unangenehmen Pieps-Warnton. Sinngemässer Ausschnitt eines Telefons zwischen dem Bahnbegleiter und Ida: “Du musst jetzt in den Technikraum gehen, dort gibt es auf der Perronseite eine Reihe von Schaltern. Drücke diese Schalter bis das rote Licht auslöscht.” Vermutlich verliess Ida ihren Posten an der Kasse ohne Ersatz und versuchte, das Problem zu lösen. Vermutlich reagierte sie auch diesmal absolut professionell und drückte ohne genaue Kenntnisse keine Knöpfe. Hut ab vor Ida.
Ein Escholzmatter ;-) löste dann das Problem in der Talstation und wir erreichten die Bergstation. Hier offerierte eine Frau allen Passagieren ein Gratisgetränk im Restaurant. Danke! Professionell. Sie hat sich aber vorher nicht als Mitatbeiterin der Bahn oder als im weiteren Umfeld der Bahn Arbeitende zu erkennen gegeben. Eine andere Frau war dummerweise mit einem Schild angeschrieben. Sie versuchte, die Stimmung etwas zu entspannen. Aber insgesamt gab es keine vernünftigen Information, erst auf Nachfragen hat sich dann die “Nachrichtenlage” verbessert. Insgesamt gibt es hier genug Anhaltspunkte für eine Übung mit dem Personal. Was uns geärgert hat: Wenn man einen Seniorentag organisiert, dann müsste das mit dem Postauto und das mit der Kasse klappen. Wenn alle bei einem solchen Telefon mithören, dann scheint die Sicherheit in der Bahn nicht Vertrauen erweckend zu sein. Originalton eines Mitpassagiers: “Das wird wohl das letzte Mal gewesen sein, wo ich diese Bahn benutze”. Und der Mann sah gesund aus ;-) . Klar, die Sicherheit war objektiv gesehen nicht gefährdet.
 
Dampfbahn Berner Alpen

Die Fahrt hinunter nach Brienz gestaltete sich problemlos und war ein Erlebnis der positiven Art. Per Postauto ging es weiter zum Ballenberg. Da wollten wir etwas essen. Eine Serviertochter bediente ca. 6 grosse Tischen mit je mindestens 10 Sitzplätzen in Freien und einem ganzen Restaurant allein!!!. Sie war entnervt und frustriert und liess es die Gäste spüren. Nach 25 Minuten verliessen wir das Restaurant unverrichteter Dinge.
 
Das Freilichtmuseum funktionierte dann perfekt und die Heimreise erfolgte problemlos, die meisten Gäste hatten sogar einen Sitzplatz. Das Wetter war halt vermutlich zu schön.
 
Ballenberg

 
Insgesamt haben das unsere Gäste aus Neuseeland die verschiedenen Pannen gelassen aufgenommen, allerdings waren sie froh, dass jemand in ihrer Sprache Informationen weitergeben konnte. Es gibt halt nicht nur Mundart im Tourismus - oder doch? Nein, die Züge machen es perfekt vor. Die Durchsagen in mehreren Sprachen wurden dankbar regisriert.
Nun - am Abend gab es dann etwas zu essen. Und zwar Raclette. Das und die Gärten, die Handwerker und die Häuser auf dem Ballenberg kamen bei unseren Gästen gut an. Glück gehabt.
 
Wayne: “Sometimes one’s journey in life is progressing well when an unexpected event brings your plans to a screeching halt, the frustration is more acute when the goal is nigh. Such was our experience this morning as we rapidly ascended a fabulous mountain peak by what the Swiss call ‘a flying cabin’ (cable car). Less than 100 metres from the summit our means of conveyance suddenly stopped and there we dangled for more than 30 minutes.
We did reach our goal however and the view was more than worth the wait – sometimes just like life!”

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