Im hospedaje

Ein hospedaje ist laut Führer eine einfache Unterkunft mit Familienanschluss. Privatpersonen bauen ihr Haus an oder auf, richten ein paar Zimner ein und nehmen Touristen auf in ihre Familie. Heute übernachten wir nach unseren positiven Erfahrungen einmal mehr in einer solchen Pension. Sie ist wie immer sauber, hat gute Betten, ein Gemeinschafts-Badezimmer mit einer Dusche mit ununterbrochen (!) heissem Wasser, am Morgen gibts ein Zmorge, und wenn man ein Problem hat, helfen einem die Besitzer, z.B. mit starkem Faden, damit ich meinen Rucksack flicken kann, der stellenweise am Zerfallen ist. So eine Nacht kostet 8000 chilenische Pesos, was in etwa 16 Fr. entspricht. Ist doch ein guter Preis, oder? Manchmal übernachten wir aber auch im Zelt, und das hat noch nie etwas gekostet, weil die Besitzer, wenn wir zahlen wollen, darauf verweisen, dass sie später vorbei kommen. Und später heisst nie.


 
 
Gestern übernachteten wir am Fuss des Osorno, dem Bilderbuchvulkan Chiles, unmittelbar neben dem Aschedelta, aus dem noch die Kronen der resistentesten Bäume des letzten Ausbruchs ragen.
 
In der Nähe unseres Campingplatzes ergiesst sich tosend der Wasserfall des Petrohue in den gleichnamigen Fluss.
Heute sind wir auf die Isla de Chiloe gefahren. Auf dem Weg dorthin sahen vor Puerto Montt ein riesiges Häusermeer. Bei näherem Hinsehen stellten wir fest, dass es sich dabei um ganz passable Reiheneinfamilienhäuser handelt. Wir fragten uns, was Leute dazu bringt, in ein solches Siedlungsmeer zu ziehe.
Mit der Fähre erreichen wir die Insel Chiloe. Ihre Bewohner heissen Chiloten, was im chilenischen Wortschatz ein Schimpfwort für Dummkopf ist. Die Missachtung ist gegenseitig, ebenso die Abgrenzung und die Pflege der kulturellen Unterschiede. Curanto z.B. wird nur hier gekocht. Man gräbt dazu ein Loch in die Erde, begrenzt es ringsum mit heissen Steinen, kleidet es mit einer Art riesiger Rhabarberblätter aus, legt Muscheln, Geräuchertes, Wurst, Kartoffeln, eine Art Knödel und noch dies und jenes mehr hinein, deckt das Ganze mit Steinen zu und lässt es stundenlang schmoren. Simon und Beni haben curanto zum Znacht gegessen. Wir hoffen jetzt, dass ihre Mägen das gut überstehen.
Noch eine Besonderheit gibt es in Castro: Häuser auf Pfählen. Wir haben sie während einer Bootsfahrt besichtigt. Dabei hat uns ein 10jähriger Knirps mit einem exzellenten Zahlengedächtnis detailreich die Umgebung erklärt. Natürllich war ihm ein Trinkgeld sicher. Er braucht es, um sich seine Ausbildung finanzieren zu können.
 


 
 
Morgen ist es fertig mit der Hitze. Wir werden am Nachmittag nach Punta Arenas, der südlichsten grösseren Stadt Südamerikas fliegen.

3 Kommentare zu “Im hospedaje”

  1. franziska schreibt:

    Hola guapos
    Es ist schön zu wissen, dass ihr es geniesst und es Euch gut geht. Eure Berichte und Bilder entführen mich in eine andere Welt, aber lassen auch dankbar erkennen, wie gut wir es haben bei uns in der Schweiz. Im Moment fällt Schnee uns und rundherum ists vorweihnächtlich dekoriert. Auch der Samichlaus hat uns besucht und viel Bewunderung und Staunen ausgelöst. Und der Countdown bis das Christkind kommt läuft. Momentan bin ich fleissig mit Erklären, dass es nicht so viel tragen kann, wie man in den Prospekten der Spielwarenabteilung ausschneiden kann. Die Festtage werden wir wohl oder übel ohne Euch feiern, haben aber beschlossen, dass wir nichtsdestotrotz am 26. einen Brunch in Beckenried machen. Werden Euch dann ein wenig gedenken und natürlich sicherlich auch vermissen!
    Un abrazo y besos, Francisca

  2. Markus Sch schreibt:

    Gruesse aus Beckenried
    Hoi zäme
    Es ist interessant eure Erlebnisse zu verfolgen. Hier in Beckenried waren wir auf der Klewenalp im Schnee. Wir freuen uns auf die bevorstehenden Weihnachtstage.
    Markus

  3. Sarah schreibt:

    Hey jimmy, du bist ja ein richtiger sunnyboy! :)

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