Archiv für das Themengebiet 'Eden'

Familienausflug zum 80.

Ein Beitrag zum Themengebiet Eden, geschrieben am 28. August 2011 von Benedikt

Ein paar Monate ist es seit Seppis 80. Geburtstag her. Nachdem der Jubilar uns jahrelang zu Familienausflügen eingeladen hatte, übernahmen wir dies jetzt als Geburtstagsgeschenk. Wir fanden sogar ein Datum, das allen passte. Conny hatte die Idee einer Kutschenfahrt, Andi und Yolanda haben die Planung übernommen. Der Tag begann mit einer Schifffahrt von Luzern nach Hertenstein, gefolgt von einer Wanderung durch Wald und über Wiesen nach Greppen, wo wir den Bus nach Küssnacht besteigen konnten. Und dann war die Überraschung perfekt: Die drei Pferde, die vor einen schön dekorierten Wagen gespannt waren, warteten tatsächlich auf uns. Alle konnten aufsteigen, und dann tuckerten wir los. Plötzlich hatten wir diversen Leuten zurückzuwinken. Weniger Freude hatten wohl die Autofahren, die durch Küssnacht hinter uns Kolonne fahren mussten. Doch bald führte uns der Kutscher auf Nebenwegen durch die idyllische Spätsommerlandschaft nach Udligenswil. Wenn der Weg für die Pferde zu steil und anstrengend wurde, halfen ein paar “Munali” nach…



Der Partyservice überraschte die Gäste mit einem feinen Essen auf dem Bauernhof. Andis am späten Vorabend selbst gebackener Weinkuchen mundete herrlich zum Kaffee. Den Abschluss bildete eine kleine Wanderung über den Meggerwald in die “Aussenquartiere” von Meggen. Von da ging es mit dem ÖV nach Hause, und ein herrlicher Spätsommertag neigte sich dem Ende entgegen.

Vesteralen und Lofoten

Ein Beitrag zum Themengebiet Eden, geschrieben am 30. July 2011 von Benedikt

Mit allen Reisemitgliedern an Bord geht es nun auf die Inseln im Nordwesten Norwegens: Senja, die Vesteralen und schliesslich auf die für ihre einzigartige Landschaft so berühmten Lofoten. Dass es da kein Internet gibt, ahnten wir nicht. Deshalb dauerte es einige Tage, bis wir uns nun wieder melden.

Simon braucht hin und wieder ein Opfer, um seine viele Energie loszuwerden. Conny eignet sich da aus verschiedenen Gründen besser als ich. Der eine Grund ist mein verletztes Knie, ein weiterer mein Gewicht, und dann ist da noch der Spassfaktor…

Nachts um 1.30h ist es immer noch hell. Nebel liegt über dem Fjord. Am Morgen ist der Himmel wieder bedeckt. Immerhin: es regnet nicht …

Eine echte Nordländerin hat uns zu einem echten Postkartensujet verholfen. Nur die Sonne fehlte.

Hier wird Kabeljau getrocknet und dann bis nach Italien und Spanien verkauft. Die Köpfe werden nach Afrika verschifft. Das Gewicht verkleinert sich bei der Trocknung um den Faktor 6. Wenn die Zeit kommt, den Fisch zu essen, wird er während 6 Tagen immer wieder in frisches Wasser gelegt, bis das Salz auf ein erträgliches Mass reduziert ist. In den Läden kann man getrocknete Fischchips kaufen. Es scheint Menschen zu geben, die dies lieben.

Wer sind wohl diese beiden freundlichen Radfahrer, die wir getroffen haben? Stefan und Monika haben sich entschlossen, auch auf die Lofoten zu fahren. In Reine haben wir uns dank SMS verabredet, in einem gemütlichen Kaffee feine norwegische “Süssli” (Originalton Anna) gegessen und anschliessend eine kleine gemeinsame Wanderung unternommen. Ziel: siehe Postkartensujet weiter oben.

Bis jetzt hatten wir vier Mal einen halben Tag lang einen blauen Himmel. Diese Statistik würden wir gerne noch etwas aufbessern. Dazu wir haben ja noch ein paar Tage Zeit.

Rentiergulasch am Mückensee

Ein Beitrag zum Themengebiet Eden, geschrieben am 23. July 2011 von Conny

Seit heute sind wir in der Fynnmark unterwegs, dem grössten zusammenhängenden Stück Natur unseres Kontinents. Auf der Fläche Hollands leben nur gerade 70000 Menschen. Kautokeino, wo wir heute übernachten, ist das Zentrum der Samen. Ein Vertreter dieses Urvolks hat heute Nachmittag extra für uns gekocht. Was? Siehe Titel. Wo? Zuhause in seiner guten Stube, unweit eines Sees mit Millionen von Mücken.
Ganz in der Nähe fanden wir die feinen Lingonberries. David kannte sie. Er hat in Helsinki Konfi aus diesen Beeren gegessen. Sie sind selten und gedeihen nur ganz im Norden Skandinaviens.

Zuvor haben wir die obligatorische Tour ans Nordkap absolviert, wobei uns die Schönheit der Natur auf dem Weg dorthin überraschte.

Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher nach Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt. Sie verblüffte uns mit ihrer Grösse. Selbst auf dem Flughafaen herrschte Betrieb. Im Hafen fuhr gerade ein Schiff der Hurtigruten ein, in der Kirche übte die Organistin die Lieder für den nächsten Sonntag, und die Strassen
waren voller Menschen, die den herrlich warmen Sommertag genossen.

Punkto Rentiere sind wir mitttlerweile etwas schlauer geworden. Auf dem Weg von Alta zum Nordkap waren sie häufige Begleiter. Die Strasse scheint ihnen als Revier zu behagen, vielleicht, weil das Laufen auf Asphalt angeneher ist als im unebenen Land. Temperaturen zwischen 15 bis 20 Grad sind ihnen viel zu hoch. So suchen sie den Schatten von Leitplanken und Tunneleingängen und kommen den Automobilisten dadurch halt in die Quere. Und niemand lässt sich bei diesem Nebeneinander stressen: weder Mensch noch Tier. Macht sich Beni nicht gut als Rentierhirt?

Suomi - Norway

Ein Beitrag zum Themengebiet Eden, geschrieben am 18. July 2011 von Conny

Langsam stossen wir ins Gebiet der Samen, der Urbevölkerung Nordeuropas, vor. Erste Stände tauchen am Strassenrand oder an touristischen Punkten auf, wo diese Menschen ihre Produkte verkaufen: Strickwaren, warme Finken und Plüschtiere liegen neben Fellen und Messern. Wir treffen auch auf einige Samen-Hütten. Sie scheinen unbewohnt. Eine ist offen. Wir treten ein und staunen, wie einfach und doch raffiniert diese Behausung gemacht ist. Sie scheint vor kurzem - von wem auch immer - benutzt worden zu sein. Ein angekohltes Scheit liegt auf der Feuerstelle, es riecht nach Rauch, mit dem aus Ästen zusammengebundenen Besen wurde fein säuberlich gewischt.
(Bilder von gestern Sonntag)

Unser Weg führte uns von Tromsö durch die Lyngenalpen und entlang dem Lyngenfjord nach Alta, wo wir heute übernachten. Zum Zelten ist es uns nach wie vor zu kalt. Gut, gibt es auf den meisten Campingplätzen auch Hütten. Und gut, scheinen gar nicht so viele Touristen unterwegs zu sein, denn wir haben bis jetzt immer problemlos eine Hütte gefunden. Zelte sieht man fast keine. Viele reisen mit Wohnmobilen. Und dann gibt es noch ein paar Unentwegte, die mit Velos unterwegs sind und sich durch Wind, Regen und lange Tunnels durchkämpfen.
(Bilder von heute Montag)

Schönes Wetter

Ein Beitrag zum Themengebiet Eden, geschrieben am 17. July 2011 von Conny

Heute erwachten wir für einmal bei strahlendem Sonnenschein. Der Ausflug auf den Storsteinen, den Hausberg Tromsös, beschert uns einen prächtigen Rundblick auf die Stadt, die umliegenden schneebedeckten Berge und das Meer mit den vielen Inseln.

Auf der Fahrt in die Fjordlandschaft nordwestlich von Tromsö kommen wir an unzähligen malerischen Flecken vorbei.

Plötzlich muss Simon abrupt bremsen. Ein junger Elch - oder doch eher ein Rentier - steht auf der Strasse. Es hat mehr Angst vor Beni mit Fotoapparat als ich vor ihm. Es nimmt immer wieder ein paar Schritte Reissaus vor dem Fotografen. Es scheint ihm aber auf der Strasse gut zu gefallen, denn auf dem Rückweg begegnen wir ihm wieder.

Ist das nun ein Rentier oder ein junger Elch? Wer kann uns weiterhelfen? Wir sind definitiv zu müde, um dieser Frage im Internet nachzugehen. Es ist nämlich bereits Mitternacht, aber immer noch taghell und einfach irgendwie nicht Zeit zu Schlafen - vernünftigerweise aber doch.

Tromsö

Ein Beitrag zum Themengebiet Eden, geschrieben am 15. July 2011 von Conny

Die Tage sind lang, wenn die Wolken tief hängen, alles grau ist und die feuchte Berieselung von oben sich nur in der Intensität ändert, aber kaum aufhört. Nach zwei solchen Tagen geht’s seit heute Vormittag wettermässig aufwärts. Und nach den gestrigen 7 Grad Celsius fühlen sich die heutigen 12 Grad durchaus angenehm an.

Zum Glück haben hier viele Campingplätze “hytter”. Das sind zweckmässig und ganz wohnlich eingerichtete Häuschen mit bequemen Betten, einem Tisch, einer Kochstelle, und - fast hätte ich es vergessen - einer Heizung, und die ist wichtig. Wenn wir dann noch Internet-Anschluss haben, so wie heute, sind wir rundum zufrieden.

Heute sind wir in Tromsö angekommen, der Stadt mit der nördlichsten Universität der Welt, einer schrecklich hässlichen Brücke, wie Simon findet, und der sehr schönen Eismeerkathedrale.

Reise nach Narvik

Ein Beitrag zum Themengebiet Eden, geschrieben am 14. July 2011 von Conny

Südlich von Bodö befindet sich der Saltstraumen, der grösste Gezeitenstrom der Welt. Rund 400 Mio. Kubik Wasser werden bei den vier täglichen Gezeitenwechseln jeweils durch eine enge Stelle, über die eine imposante Brücke führt, gepresst. Scheinbar haben wir eine flaue Phase erwischt. Die Wassermassen, die nicht stärker als durchs Reusswehr in Luzern fliessen, lassen uns unbeeindruckt.
Nun gehts aber definitiv weiter Richtung Norden. Wir fahren durch kaum besiedelte Landschaften, vorbei an schroffen Bergen, tiefen Fjorden und idyllisch in die Landschaft gebetteten Seen.

Das Wetter wird immer besser, und gegen Abend (wann ist das? Es ist ja immer hell!) richten wir uns auf einem kleinen Campingplatz drekt am Wasser des Stordfjord mit herrlichem Blick auf die hinter uns liegenden markanten Berge ein.

Der nächste Tag beginnt mit trübem Wetter. Schade, denn die Landschaft wäre wunderschön. Selbst in diesem Grau sehen wir ab und zu das Wasser türkisblau schimmern. Wir fahren noch bis Narvik, wo wir es uns in einem Hotelzimmer gemütlich machen und Siesta halten.

Am späteren Nachmittag zeigt sich doch noch die Sonne, und wir machen einen Spaziergang durch diese Stadt mit den vielen farbigen Einfamilienhäusern und dem grössten Erzverlad Europas.

Bodö

Ein Beitrag zum Themengebiet Eden, geschrieben am 13. July 2011 von Conny

Mit Zwischenstopps in Kopenhagen und Oslo sind wir nach einem Tag fliegen im Hohen Norden angekommen. Unser Nachtquartier befand sich an einem speziellen Ort: im Bahnhofsgebäude. Unten warteten die Reisenden auf den Zug, und im zweiten Stock schliefen wir. Wer nun aber denkt, das müsse eine laute Angelegenheit sein, täuscht sich. Bodö ist die nördlichste Bahnstation Norwegens mit ganz wenig Reiseverkehr und zudem ein Kaff. Es war herrlich ruhig, und wir schliefen wie die Engel. Das feine Zmorgenbuffet genossen wir mit Blick auf die Geleise. Weiter geht’s nun aber nicht im Zug, sondern mit dem Mietauto (Volvo V50, schwarz).